Schreibwerkstatt - Bewegende Premiere

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Was für ein Premierenabend. Mehr als 70 Gäste hatten am Freitagabend den Weg ins Museum im Zeughaus gefunden, zwei Drittel des Publikums davon Jugendliche. Sie alle waren unsicher. Was würde sie erwarten? Schließlich hatten die lesenden 14 Jugendlichen, alle zwischen 16 und 21 Jahren, vier Tage lang in einer Gedenkstätte geschrieben, hatten sich mit Opfern und Tätern des Frauen-KZs Ravensbrück und des Jugend-KZs Uckermark auseinandergesetzt. Würde man als Publikum wieder eine moralische Lehrstunde erhalten? Nein, darum ging es nicht.

Die Texte boten, niemals belehrend, eine Auseinandersetzung von jungen Menschen mit dem Handeln und dem Leiden der Menschen in diesem Frauen- und Jugend KZ. Die Auseinandersetzung der Jugendlichen ermöglicht auch Erwachsenen einen neuen Ansatz zum Verstehen, zugleich zum gesellschaftlichen Ansatz, rechten Kräften eine klare Absage zu erteilen. Mehr als zwei Stunden folgten Texte ganz unterschiedlicher Art, die während dieses Aufenthalts entstanden waren. Warum geschah das? Was passierte? Wie kann man all dies nur verstehen? Was mahnt uns das heute?

Die Schreibenden, alle ehemalige oder aktuelle Schreibende der Schreibwerkstatt des Antonianums, fanden Worte, die auch die Zuhörer zutiefst beeindruckten, ihre Spuren hinterließen. Immer wieder hinterfragten sich die Autoren. Sind wir gewappnet, dass solche Verbrechen nie wieder geschehen? Wie sollen wir umgehen mit solchen Wahlerfolgen von rechtsradikalen Kräften, mit der tagtäglichen Ausgrenzung, mit Rassismus und Hass?

Klezmer-Musik von Samuel Merino Peligros und Ida Bergen schuf zwischen den Texten Zeit, um durchzuatmen.

Nein, kein Schweigen wollten die Jugendlichen erreichen, im Gegenteil. In einer Abschlussrede der Jugendlichen Schluss des Abends hieß es: Dieses Buch gehört in kein Regal, es gehört auf jeden Tisch. Es heißt, sich aktuell auseinanderzusetzen, nicht nur theoretisch in den Schulen, aktuell, jeden Tag in den Familien, dem Freundeskreis.

"Bin noch sehr beeindruckt von der Premiere und habe meinem Vater ein Buch mitgebracht. Wahnsinnig gut umgesetzt und eine tolle Schreibgruppe!", schrieb eine Besucherin noch am selben Abend. Und auch Sponsoren und Offizielle, die gekommen waren, äußerten sich beeindruckt. Auch ihnen galt der Dank der jungen Autorinnen, denn ohne die Förderung durch die Volksbank Vechta, die Bürgerstiftung Vechta, vor allem das Bündnis für Demokratie und Toleranz, den Verein Kultur lebt e.V., Museum und die Stadt Vechta, aber auch die private Autorenspende des Ehepaars Linke wäre das Projekt nicht möglich gewesen. In besonderer Weise dankten die Jugendlichen aber auch Olaf Bröcker und Alfred Büngen für die Organisation und inhaltliche Leitung des Projekts.

Gerne lesen die Jugendlichen auch anderen Orten, in Schulen und Einrichtungen. Fordern Sie bei Interesse gerne ein Buch beim Verlag ab.

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