Wichtige Termine!!

  • communauten

Nachdem die beiden Schulen, bei deren Schreibtagen die Schreibwerkstatt in den letzten Monaten unterstützt hat, ihre Bücher herausgegeben haben (Hauptschule Dinklage: 3.11., 19.00 Uhr, Elisabethschule Vechta 9.11., 18.00 Uhr, Kreishaus), ist nun die Gruppe selbst wieder dran.

Am 17. 11. erscheint der "Straßenfeger", der literarische Stadtführer durch Vechta. Er entstand in den vergangenen zwei Jahren mit Unterstützung der Stiftung Niedersachsen, die uns in ihr Programm "Communauten" aufgenommen hat und nun die Herausgabe des Buches finanziert.

In den letzten zwei Jahren hat die Schreibwerkstatt eine Reihe von Plätzen in Vechta aufgesucht und, statt im Schulgebäude, dort ihre Texte verfasst. Diese Texte kommen nun in Buchform heraus. Am 17.11. um 19.00 wird im Museum im Zeughaus die Buchpremiere stattfinden. Der Eintritt ist frei! Im Frühjahre wird die Herausgabe eines literarischen Geo-Cache-Stadtführers folgen.

Zwei Wochen später findet die nächste öffentliche Lesung statt. Wie vor zwei Jahren schon mit dem ELSE-Chor liest die Schreibwerkstatt nun gemeinsam mit Fungafop-Blue. Musik und Texte sind jeweils aufeinander bezogen, so dass sich ein gemeinsames Lesungs-Konzert ergibt. Lassen Sie sich überraschen! Die Konzert-Lesung findet am Abend des 1.12. (Uhrzeit folgt!) im Gulfhaus statt. Der Eintritt ist frei; um eine kleine Spende für unsere Unkosten wird herzlich gebeten.

Auch schon einmal hingewiesen sei an dieser Stelle auf die Buchpremiere von "streckenweise farbenblind. Erzählungen und mehr" (Arbeitstitel), dem ersten Buch von Olaf Bröcker, am 13.12. im Museum im Zeughaus.

Schreibwerkstatt an der Hauptschule

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Die Fotos zum Anschauen und Durchblättern bitte anklicken.

Wie im vorigen Jahr an der Grundschule Langförden hat der Geest-Verlag auch in diesem Jahr einen Schreibtag an einer Schule organisiert und die Schreibwerkstatt um Unterstützung gebeten. Am 22. Juni hat die gesamte Hauptschule Dinklage (5. bis 10. Klasse) an insgesamt 25 Stationen gedichte, Reportagen und Prosatexte verfasst; diese Texte werden nach den Sommerferien in einem Buch beim Geest-Verlag erscheinen.

Der Tag begann mit einer Lesung von drei Antonianern. Neun Mitglieder der Schreibwerkstatt haben dann - zum Teil mit Hauptschullehrern gemeinsam, zum Teil auch eigenverantwortlich - eine der Stationen übernommen und die Schülerinnen und Schüler dort zum Schreiben angeleitet. Wie auch die Bilder zeigen, haben sich sofort und meist zwanglos Kontakte ergeben, die manchmal auch in die Texte eingeflossen sind.

Jedenfalls für alle eine nicht ganz alltägliche Erfahrung!

Schreibwerkstatt liest beim Autorentreffen

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Auch in diesem Jahr nahm die Schreibwerkstatt am Sommerfest des Geest-Verlags teil.

Den Auftakt bildete ein Workshop mit mehreren Autoren des Verlags, bei dem zu Bildern des im Spieker in Langförden ausstellenden Künstlers Reinhard Rakow geschrieben wurde.

Die entstandenen beeindruckten den Verleger so, dass er während des ersten Tages Lydia und Anneke ihre Texte als Pausenfüller vortragen ließ. Am selben Tag hatte auch Svenja Marie Bösing ihre erste und ebenfalls beeindruckende Solo-Lesung.

Am zweiten Tag las Luisa Maureen Chilinski ebenfalls als Premiere aus ihren Gedichten, und den Abschluss der Veranstaltungen bildete für uns die gemeinsame Lesung der gesamten Gruppe am Samstagabend.

Viele der anwesenden Autoren haben nach weiteren Gedichten oder Prosastücken unserer Autorinnen und Autoren gefragt oder das Buch "Aus schwangeren Laternen" gekauft.

Die Fotos zum Anschauen und Durchblättern bitte anklicken.

Schreibwerkstatt liest beim Geest-Verlag

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Wie im letzten Jahr auch liest die Schreibwerkstatt wieder beim Sommerfest des Geest-Verlags. Allerdings stehen für die Mitglieder der Gruppe in diesem Jahr gleich mehrere Termine an.

Am Freitag, dem 3. Juni, haben wir zunächst die Möglichkeit, mit einigen zum Lesefest angereisten Autoren in einem Workshop zu arbeiten. Um 17.40 Uhr erhält dann Svenja Marie Bösing ihre erste Sololesung.

Am Samstag stehen drei weitere Termine an. Um 12.25 Uhr liest der Leiter der Gruppe, Olaf Bröcker, und um 18.45 Luisa Maureen Chilinski, auch sie zum ersten Mal solo.

Um 19.40 Uhr liest dann die gesamte Gruppe, die sich im Moment im Neuaufbau befindet. Für Carina und Maren ist das die erste öffentliche Lesung.

Alle Veranstaltungen finden im Spieker in Langförden statt; der Eintritt ist frei und für Getränke ist gesorgt. Einzelne Termine können sich kurzfristig verschieben.

Schauen Sie doch einmal vorbei!!

Das Bild zeigt die Gruppe bei der letztjährigen Lesung. Zum Vergrößern bitte anklicken.

Aus dem Buch: dritter Text

Selbst ... ich?
so fragt das dritte Kapitel aus dem Buch "Aus schwangeren Laternen".
Hier ein Text, der diese Frage konkretisiert: "Der Versager" von Tale Inger Ulbrich
In den Augen der Anderen bin ich einfach nur „der Versager“. Warum? Drei Wörter: Ich habe Angst. Ich bin ängstlich, wirklich ängstlich, ständig bin ich eingeschüchtert von fast allem, fast, was sag ich, von allem, von allem und vor allem immer.
Ich habe Angst, Angst vor dem Führer, ihn nennt man „den Mächtigen“, Angst vor dem Arzt aus dem dritten Stock, für den Handfassen so einfach ist, mich ängstigt das Wetter, ob schön, miserabel, ich habe sogar Angst vor dem Stuhl, der da so steht, reglos, auf vier Beinen, wartend, dass jemand ihn auswählt. Sollte ich ihn auswählen? Schließlich war es mein Stuhl. Ich habe Angst, das Gefühl des Stuhls, der mich unbedingt als seinen Platzhalter fordert, nicht mehr loszuwerden.
Ich habe Angst vor diesen Gefühlen: Verfolgung, Verlangen, Versagen. Vor allem das Versagen, dass mich quält, Qualen, immer.
Fremd zu sein wünsche ich, egal wo zu sein, Hauptsache immer, immer fremd. Dann gäbe es mir gegenüber vielleicht keine Erwartungen, keine Erwartungen an den Versager, den Versager, der sogar das Autofahren aufgegeben hat, aus Angst, das Auto würde in eine Baustelle fahren. Nein, ich würde in eine Baustelle fahren. Doch wie sollte ich mich dann befreien? Eigentlich müsste ich ja einfach nur fahren, wie alle, fahren wie alle. Das fällt mir schwer. Warum? Ich habe Angst, Angst vor allen anderen. Angst, immer Angst.

Aus dem Buch: zweiter Text

Das zweite von den sechs Kapiteln der Anthologie "Aus schwangeren Laternen" (Erscheinungsdatum und Buchpremiere 15.2.) heißt

Nachtschatten

Der erste Text dieses Kapitels ist "Schneewittchen" von Anneke Hugenberg:

Dunkelrotes Blut.
Tropfen in weißem Schnee.
Aufgesaugt.
Roter Schnee.
Beinahe unschuldig liegen sie in lügendem Weiß. Machen es unglaubbar. Lügen zu offensichtlich, dass nichts unschuldig ist. Fußabdrücke zerstören die Unschuld, besudeln ach so weiße Laken. Mit grauem Schlamm aufs rote Weiß. Tötet es die letzte Farbe in weißer Watte. Wieder fängt es an zu schneien, wenige Minuten später ist alles verschwunden.
Neue Flocken
überdecken altes Blut
erfrieren neuen Schmerz.
Neues Blut
aus alten Wunden

Aus dem Buch: erster Text

Das erste von sechs Kapiteln der Anthologie "Aus schwangeren Laternen", die am 15.2. erscheint, heißt:

Im Silbertablett

Daraus nun ein Text:

Zuhause
Felix Lang

Du bist nicht grau, du bist nicht still, du bist kein Klischee.
Du hast viele Brüder, alle Gastgeber.
Jeder für dich einzigartig,
im Grunde aber seid ihr gleich.
Du wirst respektiert, nicht ausgelacht.
Jeder kennt dich, mancher fürchtet dich, und niemand genießt deine Gesellschaft.
Aber du wartest.
Du hasst es, zu warten, denn du weißt,
sie hadern nicht,
zögern nicht,
schinden Zeit.
Sie wollen dich nicht, aber du bist notwendig.
Es ist nicht deine Schuld. Es ist deine Art.
Ich bin froh, dass du bist, was du bist.
Du hast es dir nicht ausgesucht,
aber hättest du wählen können,
wärst du heute weniger bunt,
weniger mein zukünftiges Zuhause
und wäre keiner von dir ein Unikat.

Schreibwerkstatt bereitet Buch vor

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Drei Tage lang haben die Jugendlichen der Schreibwerkstatt des Antonianums in der Jugendherberge in Bad Zwischenahn getagt. Ziel war dabei die Zusammenstellung eines Buches mit ihren Texten, die in den letzten zwei Jahren entstanden sind, und die Vorbereitung der Buchpremiere am 15. Februar. Dabei gelangen am ersten Tag schon ewichtige Ergebnisse.

So steht jetzt nach mehrstündiger Dískussion der Titel des Buches:

Aus schwangeren Laternen

Auch die Texte wuren bereits in sechs Kapitel eingeteilt. Am zweiten Tag ging es an die einzelnen Texte, da erklärtes Ziel ist, dass jeder der jugendlichen Autoren mit jedem Text des Buches einverstanden sein soll. Angesichts von zehn Autoren ein schwieriges Vorhaben, das aber einübt in demokratisches Textverstehen.

Olaf Bröcker und Alfred Büngen, die die Gruppe auf ihrem Wochenendseminar begleiten, waren wieder einmal begeistert von der Intensität der Arbeit der Jugendlichen und ihrer Toleranz untereinander.

Insgesamt etwa 140 Texte (siehe Bild) haben es nun ins Buch geschafft; jetzt steht die Planung der Buchpremiere am 15.2.2011 um 20.00 Uhr im Museum im Zeughaus an.

Intensives Arbeiten bei der redaktionellen Arbeit an der gemeinsamen Anthologie

Schreibwerkstatt in Berlin

berlin

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Ein tolles Erlebnis war für alle Beteiligten die Fahrt der Schreibwerkstatt des Gymnasiums Antonianum nach Berlin. Die Jugendlichen unter Leitung von Olaf Bröcker und Verlagsleiter Alfred Büngen fanden Unterkunft mitten in Kreuzberg in Räumen von 'freiraum' an der Wiener Straße. Drei Tage lang gab es in Berlin ein intensives Lesungs- und Besuchsprogramm, das dennoch genügend Platz für viele Gespräche bot.
Nach der Ankunft am Donnerstag und einem abendlichen Kennenlerngang durch Kreuzberg fanden gleich am Freitagmorgen die ersten Lesungen in der Evangelischen Schule in Berlin Mitte statt. Eine erste Lesung am Vormittag war der Begegnung mit Schülern der 10. Klasse gewidmet. Da sich diese begeistert von der Arbeit und den Texten zeigten, fand gleich noch ein gemeinsamer Schreibprozess statt, bei dem auch die Hörer mitschreiben und tolle Texte entstanden.
Im Mittagsbereich gab es dann auf der Vollversammlung der Schule eine zweite Lesung vor 300 Schülern. Eine spürbare Ergriffenheit der Schüler vom 6. bis 10. Schuljahr zeigte, dass die Mitglieder der Schreibwerkstatt die richtige Textauswahl getroffen hatten.
Der Nachmittag galt dann dem Besuch von Berlin Mitte: Alexanderplatz, Brandenburger Tor, Unter den Linden; in diesen Tagen wegen der Terrorwarnung und dem Besuch von Putin alles hermetisch bewacht. Ein spätes Abendessen in einer Kreuzberger Pizzeria und lange Gespräche rundeten den erfolgreichen Tag ab.
Nicht weniger ereignisreich war der Samstag. Der Besuch in der Ausstellung der Topographie des Terrors verdeutlichte vielen noch einmal den Terror des Naziregimes. Der Nachmittag war dem Besuch von Kudamm und dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gewidmet, ehe am Abend eine Lesung zusammen mit dem Lyriker Dieter Wöhrle im Honigmond erfolgte. Nach endlosen Gesprächen kam schon der Rückreisetag.
Mit Eifer gehen die Jugendlichen nun an ihr nächstes Ziel: der Fertigstellung des eigenen Buches, das im Februar Premiere haben wird.

Lena Schnieders: Welterklärung

Dunkelheit und Enge umgeben alles im Raum und lähmen meine Lunge, die zu zerbrechen droht. Ich spucke, krampfe, krächze und bin gebannt vom Anblick dieser charmlos schönen Schlange, die mich schnürt und richtet. Mein altes „ich“ wird mir genommen, die Kälte all der Jahre, Schein, wie zerronnen.

Tiefer laufen des Blutes lange Schatten, neu in des Knechtes Rachen, der lechzend alles nimmt und sich nicht besinnt. Gezeichnet von dem dunklen Pakt, in dem er zu meinem Verdammten sich macht. Seinen Namen wird ein jeder bald vergessen, sobald die Gunst der Zufriedenheit ihn ereilt und er in der Sekunde vorm Zerfall begreift, was der Welt Rätsel ist. Dummer Mensch in seiner Pracht, die ihm Gott gemacht, kann nicht allein sehen und verstehen, was im Kern des Wissens steht, braucht mich, um zur Vollendung zu gelangen. Nutze Glanz und Gloria, um zu stehlen, was das Meine werden wird.

Sucht nach der Sehnsucht aller Fragen, komm zur Ruh, hör auf zu jagen. Hab nach zahlreichen Gestalten den einen gefunden, der die Macht vereint, nach der ich vergeblich rief!

Törichter Sohn des Adamsvolks, denkst an wunderbare Zeiten voller Zuversicht, doch glaube mir, die gibt es nicht! Du bist gefallen, kannst nie mehr zurück, werd dir alles nehmen zu meinem „Glück“. Einstigen Verlust der Macht vor Zeiten überwunden, stehe ich in neuem Glanz der Verführung unterbunden. Mein Name findet sich im Vergangenen – im Hier und Jetzt. Als Lakai eines Oberen entstanden, gefallen, neu geboren.

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