Euer Name lebt - 10 Jahre Stolpersteine in Vechta

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 Auf Anregung der Stadt Vechta und in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit kam es am 12. November 2019 zur Gedenkveranstaltung „10 Jahre Stolpersteine in Vechta" sowie zum Gedenken an die Opfer der NS-Zeit. Beteiligt haben sich rund 300 Schülerinnen und Schüler von sieben Vechtaer Schulen, darunter auch wir, der Werte-und-Normen-Kurs des Jahrgangs 10. Gemeinsam gingen wir zu den vier Häusern, wo bis 1938 jüdische Mitbürger gelebt hatten. Dort wurden jeweils Erinnerungstexte vorgetragen, Blumen und Kerzen niedergelegt und Lieder gesungen und gespielt.

Die Verlegung von Stolpersteinen ist ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, der an die Opfer der NS-Zeit erinnern möchte, die unter der nationalsozialistischen Diktatur 1933-1945 ermordet wurden. Es handelt sich um zehn mal zehn Zentimeter große Betonwürfel, die mit einer beschrifteten Messingplatte versehen sind. Auf der Platte eingraviert sind der Name, das Geburts- und Deportations- bzw. Todesdatum der Opfer. Stolpersteine in Vechta erinnern an insgesamt 20 Mitglieder von vier jüdischen Familien: Familie Bloch (Große Straße 71), Familie Adolf Gerson (Füchteler Straße 22), Familie Emanuel Gerson (Klingenhagen 16) und Familie Marx (Juttastraße 5).

Die ersten Steine wurden im September 2009, vor 10 Jahren also, in der Füchteler Straße für die Familie Adolf Gerson und in der Straße Klingenhagen für die Familie Emanuel Gerson verlegt, bei der Mitglieder der Familie Gerson aus Israel anwesend waren.

Für die Stolpersteine in der Juttastraße, die an die 5-köpfige Familie Marx erinnern, hat das Antonianum 2011 die Patenschaft übernommen. Entsprechend bereiteten wir ein Gedenken in der Juttastraße vor dem Haus Nr. 5 vor.

Auch heute gibt es noch oder wieder Rassismus in Deutschland. Wir wollten durch unsere Aktion zeigen, dass wir im Namen der Menschlichkeit uns das Recht herausnehmen, diskriminierendes und rassistisches Verhalten nicht zu tolerieren.

Die Stolpersteine sind ein sichtbares Zeichen dafür, dass diese Menschen, die einst unter uns lebten, nicht vergessen werden. Als „Schule mit Courage“ ist es uns ein besonderes Anliegen, diese Aktion zu unterstützen und uns mit dem Thema Antisemitismus auseinanderzusetzen.

Von Zehra Bicer, 10 Fb

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