Rhetorik- Workshop „Überzeugend präsentieren“

  • Rhetorik1
  • Rhetorik2
Insgesamt zehn Schüler:innen aus den Jahrgängen 11 und 12 nahmen am Freitag, den 09.07.2021, am Rhetorik-Workshop „Überzeugend präsentiert“ teil, der von Alessia Heider von der Konrad-Adenauer-Stiftung geleitet und von Frau Herbst und Frau Hüllmann unterstützt wurde. Ermöglicht wurde dieser Workshop durch das Studienpatenschaftsprogramm „Senkrechtstarter“, welches eine gemeinsame Initiative der Stipendiat:innen und Altstipendiat:innen der Begabtenförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung ist.

Angefangen um 14 Uhr im Raum E001, formulierten die Schüler:innen zunächst ihre Befürchtungen auf roten Karten und ihre Wünsche auf grünen Karten, auf die Frau Heider im Verlauf einging. Zu lesen war zum Beispiel, dass befürchtet wurde, nichts Neues zu lernen oder sich vor den anderen zu blamieren, aber auch, dass jeder sich darauf freute, etwas Neues für sich mitzunehmen in den Bereichen Mimik, Gestik, Stimme oder Aufbau einer Rede.

Bevor der Workshop jedoch auf diese individuellen Bedürfnisse angepasst wurde, folgte zunächst eine Vorstellungsrunde, bei der jede:r Schüler:in, nach einer fünfminütigen Vorbereitung, die Fragen „Wer bin ich?“, „Welche Beziehung habe ich zur Rhetorik?“ und „Was soll heute Abend anders sein?“ beantworten sollte. Bereits bei diesen ersten Reden machte sich Frau Heider Notizen und einen ersten Eindruck.

Im Theorieteil, der immer wieder bewusst durch Auflockerungsspiele/-übungen unterbrochen wurde, ging es zunächst um die verschiedenen Kommunikationsebenen nach Paul Watzlawick und woran Kommunikation scheitern kann, was zwar schon aus dem Deutschunterricht bekannt war, aber so neuen Kontext bekam: „Wie kann ich erfolgreich kommunizieren, was ich auf der Sachebene sagen möchte? Und wie wichtig ist dabei die Beziehungsebene?“ - Diese Frage stellte Frau Heider in den Raum und antwortete, dass die Sachebene etwa 20% ausmachen solle, die Beziehungsebene hingegen 80%, also die Beziehung zu den Zuhörern bestimme, ob der Inhalt der Rede Wirkung habe.

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“ bzw. die „nonverbale Kommunikation“ war der nächste Schwerpunkt, bei dem nützliche Tipps zur Haltung und Stand, dem Blickkontakt, der Mimik und Gestik sowie Bewegung im Raum an die Schüler:innen gegeben wurden. Für einen sicheren, schulterbreiten Stand und eine gute Körperhaltung diene die Vorstellung eines goldenen Fadens, der am Hinterkopf befestigt würde und in die Höhe zöge, so Frau Heider. Für den richtigen Blickkontakt helfe außerdem das Vorstellen eines „W“, mit der Blickführung RednerInnen jeden im Raum zumindest einmal anblicken können, sowie das Heraussuchen sogenannter „Leuchttürme“, also Zuhörer, die einem wohl gesonnen scheinen oder zu denen eine persönliche Beziehung bestehe, um Verunsicherung durch Blicke vorzubeugen. Und ein weiterer Ratschlag lautete, dass das Festhalten einer Büroklammer in einer Hand die Ratlosigkeit verhindern könne, nicht zu wissen, wohin mit den Händen, aber auch Stress in einer Redesituation abzubauen vermöge.

Die zwei verschiedenen Dimensionen der allgemeinen Frage „Wie spreche ich meine Zuhörer an?“ wurden dann aufgeteilt in die Stimme selbst und den Aufbau der Rede, mit dazugehörigen Praxisübungen. Die Stimme zu instrumentalisieren, um bestimmte Emotionen zu vermitteln, sie dem Gesagten anzupassen- das war die Absicht hinter den Gedichten, die in überspitzter Emotionalität vorgetragen werden sollten. Über Heine und Klabund, hinzu Lao-Tse wurden Artikulation, Dynamik, Tempo und Melodik der Stimme erforscht, Lautstärke bewusst gewählt und Pausen dramaturgisch gesetzt.

Mit Partnerübungen, dem unwissenden Gegenüber die geometrischen Formen zu beschreiben und erklären, die dieser dann, ohne zu kommunizieren, nachzeichnen sollte, wurden die Schüler:innen sensibilisiert dafür, wie sie sich möglichst verständlich ausdrücken können. Vergleiche erschienen da hilfreich oder das Erklären von Fachbegriffen, sowie Prägnanz in der Wortwahl, um nicht vom Wesentlichen abzulenken. Besonders wichtig war Frau Heider auch, zu vermitteln, dass gute Reden nicht lang sein müssen, sogar im Gegenteil, die Distanz von Anfang zu Schluss, die Mitte, möglichst klein sein sollte, wobei zwischen diesen Phasen auch eine klare Strukturierung für Abgrenzung sorgen müsse. „Ein Witz am Anfang kommt auch immer gut an.“ - Diesen Hinweis haben sich viele Schüler:innen dann in ihren einminütigen Abschlussreden über ein selbstgewähltes Thema zu Herzen genommen und mit viel Kreativität die neuen Anstöße umgesetzt, was sich in den Kommentaren der Mitschüler:innen und Frau Heider widerspiegelte. Im „persönlichen Coaching“ erhielt jede:r Schüler:in eine aufmunternde, aber auch ehrliche, Rückmeldung und die Lernkurve von der Vorstellung um 14 Uhr bis zum Abschluss um 19 Uhr wurde bei allen deutlich.

Jede:r konnte also viel aus dem Workshop mitnehmen, nicht zuletzt Tricks wie die „Power Posen“, um den eignen Kopf kurz vor einer Rede auszutricksen. Denn Rhetorik hat eben viel mit dem richtigen Auftreten zu tun- und das wiederrum mit der richtigen Mentalität.

Ein herzlicher Dank für diesen gewinnbringenden Workshop gilt Frau Alessia Heider sowie der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Senkrechtstarter-Programm sowie Frau Hüllmann und Frau Herbst.

Inga Hagemann, 11Fa

Aktuell sind 51 Gäste und keine Mitglieder online