Buchpremiere der Schreibwerkstatt ein großer Erfolg!

 

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Über 100 Gäste waren am Dienstag zur Premiere der neuen Anthologie der Schreibwerkstatt gekommen, zur Präsentation des "Freitagsmosaiks". Zunächste einmal mussten sie überraschenderweise díe Bilder der Autorinnen und Autoren auf einen Sammelzettel kleben (wenn sie durch Tauschen alle beisammen hatten ...); aber dabei sollten sie die Autorinnen auch noch Textfragmenten zuordnen. Ganz schön schwer, aber fünf Zuhörer schafften die schwere Aufgabe tatsächlich und gewannen ein Buch.

Nach den Grußworten der Stadt, überbracht von Dr. Frank Käthler, und der Schule, gesprochen von Schulleiter Peter Rörsch, ging es dann aber los. Die sieben Autorinnen und der eine Autor lasen etwa 35 Texte aus der Anthologie: schöne, romantische, aber auch traurige, düstere und tiefschwarze. Das Publikum belohnte den Vortrag mit großerm Applaus nach jedem Text.

In der Pause konnten die Zuhörer ihre frisch erworbenen Bücher von den Autorinnen und dem Autor signieren lassen, und viele machten davon Gebrauch; es war wohl auch das letzte Mal, dass die Schreibwerkstatt in dieser Besetzung zusammenwar. Ab nächster Woche werden neue Mitglieder aufgenommen; wir sind gespannt, ob daraus vielleicht das nächste Buch entsteht ...

Das "Freitagsmosaik", ISBN 978-3-86685-377-5, aus dem Geest-Verlag, dessen Leiter Herrn Alfred Büngen wir sehr herzlich danken für seine Unterstützung, ist in allen Buchhandlungen, beim Verlag direkt oder bei Herrn Bröcker zu erwerben.

Eine Fotostrecke von der Premiere ist unter Aktuelles/Bildergalerie zu finden.

Neues Buch der Schreibwerkstatt erscheint

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Die Schreibwerkstatt bringt in der nächsten Woche ihr insgesamt viertes Buch heraus. In diesem Jahr wurden 156 Texte von den Schülerinnen und dem Schüler ausgewählt, die zusammen die Anthologie "Freitagsmosaik" ergeben. Der Stil der Jugendlichen ist dabei so unterschiedlich, wie sie selbst sind, die Bandbreite reicht von essayhaften Kurztexten über Aphorismen, Kurzprosa und Lyrik bis hin zu (seltenen) längeren Erzählstücken. Die 16- bis 19jährigen Schülerinnen und Schüler drücken dabei düster oder fröhlich, nachdenklich, ausgelassen oder kritisch ihre Gedanken und Gefühle aus.

Lassen Sie sich in die Welt dieser Jugendlichen hineinziehen! Die Buchpremiere findet am kommenden Dienstag, 19.02.2013, um 19.00 Uhr im Museum im Zeughaus statt. Selbstverständlich signieren die Autorinnen und der Autor Ihr Exemplar! Der Eintritt ist frei!

Schreibtag der 9Lb im Museum

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80 Schülerinnen und Schüler der Liebfrauenschule und die 9Lb des Antonianums verwandelten das Museum im Zeughaus in Vechta gestern in ein Literaturhaus. An insgesamt 13 Schreibstationen schrieben sie über den ganzen Vormittag für ihr Buch 'Unsere Wege'. Toll, wie geeignet das Museum für einen solchen Schreibtag ist. Die unterschiedlichen Räumlichkeiten (von den Gefängniszellen bis zum Raum mit bronzezeitlichen Urnen) bieten viele Rückzugsorte und zugleich Schreibanlässe.

Nun werden die Texte im Geest-Verlag ausgewertet und in einen Satz gebracht. Angesichts von fast 1000 entstandenen Texten ein umfangreiches Unterfangen. Dann lesen die Schülerinnen und Schüler noch einmal Korrektur, ehe es im Rahmen des Bücherfrühlings im April die Buchpremiere geben wird. Die Kosten für das Projekt trägt die Stadt Vechta! 

Zur Premiere, die im "Metropol" stattfinden wird, sind jetzt schon alle Interessierten eingeladen!

Schreibwerkstatt bereitet Buch vor

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Zum dritten Mal gibt der Geest-Verlag in diesem Jahr eine Anthologie der Schreibwerkstatt heraus. Und zum dritten Mal fuhr die Gruppe mit dem Verleger, Herrn Büngen, in die JH Bad Zwischenahn, um dort die grobe redaktionelle Arbeit zu leisten.

Alle Texte wurden noch einmal gelesen, und erst, wenn alle Teilnehmer sie für gut befunden hatten, wurden sie in das Buch aufgenommen. Bei über 150 Texten dauerte das eine Weile, aber noch schwieriger war die Einteilung in sieben Kapitel und die Festlegung der Reihenfolge der Texte innerhalb der Kapitel.

Auch der Titel - das Werk wird "Freitagsmosaik" heißen - und die Covergestaltung mussten besprochen werden, und am Sonntag waren schließlich die Buchpremiere und Werbemaßnahmen das Thema.

Viel vom Zwischenahner Meer haben wir nicht gesehen!

Kim Weißer: Der Sender

Ein nicht ganz typischer Jugendtext steht heute auf der Homepage des Geest-Verlags: Kim Weißers "Der Sender.

http://www.geest-verlag.de/audio/kim-wei%C3%9Fer-der-sender-jugendliche-melden-sich-zu-wort-1

DER SENDER
Kim Weißer

Das Arbeitsamt. Agentur für Arbeit. Das war ihm eigentlich ziemlich egal.
Er saß auf dem Flur, in Plastikschalen, die sie Stühle nannten. Er
seufzte und blinzelte in die weiße Neonsonne. Gleichgültige Wolken
zogen am Fenster vorbei. Er streckte seine Beine und wartete.
Berufsvermittlungsgespräche.
Hauptschulabschluss, 1000 Bewerbungen, ein Regen von Absagen, er stand mittendrin.
Die Leute dachten doch, er könnte noch nicht einmal die Punkte dort an der Tapete zählen.
1, 2, 3, 4 ... was brachte es schon?
Also saß er da, lauschte dem Radio, der Moderator erzählte, ein neuer Film, heile Kinowelt, döste in die Musik.
Plötzlich wurde er aufgeschreckt, als ein Mann sich neben ihn setzte.
Der war vielleicht zwei Jahre älter als er selbst, so um die 20, lächelte freundlich, nickte ihm sogar zu.
Nach zwei Monaten, spätestens, würde der auch nicht mehr gerade sitzen, hübsch gemacht − ein Neuling.
„Sorry, hast du ein Taschentuch?“, fragte der Neue nun.
„Ne“, gab der andere genervt zurück.
„Schade!“, dann, „wie lange sitzt du schon hier?“
„20 Minuten. Wieso?“
„Mhm, dann bist du ja gleich dran.“
„Ich bin seit über einem Jahr gleich dran, Alter. Mich will sowieso kein Scheißbetrieb einstellen.“
„Glaubst du? Ich bekomme bald wieder eine Stelle.“
„Ach, seit wann bist du denn schon ohne Arbeit? Du hast doch keinen Plan“, pöbelte er.
„Seit 21 Monaten und zwei Wochen“, antwortete der junge Mann schnell.
„Alter, so lange? Und du glaubst, du kriegst noch ’n Job? Kannst ja zu Mecces gehen.“
„Ich werde Arbeit finden. Ich bin gut in Autos. Geschickt. Hab den
Wagen meiner Schwester wieder ans Laufen gekriegt. Ich will Arbeit
finden.“
„Wer will das nicht“, gab der Jugendliche zurück, als er durch ein schreckliches Lied im Radio unterbrochen wurde.
„Oh Mann, ich hasse dieses Lied“, spuckte er verächtlich und fixierte
das Radio. Schweigen. Und dieses Lied. Er hasste es. Wie seine
Scheißsituation.
In diesem Moment öffnete sich eine der beiden Bürotüren und der
Berufsberater sagte: „Herr Uthermöhle, ich habe Sie schon erwartet.“
„Guten Morgen“, antwortete der junge Mann und wandte sich in Richtung der Stühle: „Viel Glück wünsche ich.“
Damit ging er ins Büro.
DER wollte einen Job finden. Der würde einen Job finden, dachte der Jugendliche.
Langsam stand er auf und ging zum Radio.
Und dann schaltete er alle Sender durch. Bis er ein Lied fand, das ihm gefiel.

Lydia Kock: Der Lärm verstummt

Am 3.11. lief unter der Rubrik "Jugendliche melden sich zu Wort" auf der Seite des Geest-Verlags der Beitrag, mit dem Lydia Kock einen Platz in der Anthologie des Brüggener Bücherherbstes erreicht hat.

http://www.geest-verlag.de/audio/lydia-kock-der-l%C3%A4rm-verstummt

 

Lydia Kock
Der Lärm verstummt

Sie sagen nichts und beobachten nur das Zucken der Augen des anderen, um daraus zu lesen, doch diese Augen haben schon lange nichts mehr zu sagen, waren einst voller Farbe, doch sie blichen aus mit der Zeit. Mich ekelt an diese Stumpfheit, die Tristesse der Sinne,
ekelt mich an, laufe davon. Über die Stufe der Küchentür stolpere ich jedes Mal, doch es interessiert nicht mehr, selbst wenn ich einen Schuh verliere. Das Gras ist noch feucht, schon ekeln sie mich an. Während ich noch durch Wolken laufe, sind sie bereits blind. Ich laufe schneller, strauchle über Sträucher und erreiche das Ende der Weide. Meine Kleidung durchnässt und nimmt feuchte Erde mit sich, als ich den Zaun unterwinde.
Und dann bin ich da. Vor mir der Wald. Fuß nun vor Fuß, und es wird dunkler und kühler. Der Wald kühlt mich ab. Kühle Gedanken in einem zitternden Körper, kühle Lunge neben einem tobenden Herz. Ich fühle mein Inneres. Nun ist es weniger hitzig, gefahrloser anfassbar. Ich besinne mich, ohne zu zerspringen. Nur der Ekel ist geblieben. Ich erbreche, der Wald nimmt mir den Ekel, ich gebe ihn ab. Eine Weile der Erholung. Fuß nun vor Fuß in die Mitte der Freunde. Denn dort muss ich gestehen, dass der Ekel nur die Angst zu verdecken versuchte, mein Auge für das Glück zu verlieren.
 

 

 

Buchpremiere in Brüggen

  • Lydia Brggen 2012

In der Gemeindebücherei Brüggen mussten erst einmal eifrig Stühle herbeigeholt werden, denn der Zuschauerzuspruch hörte gar nicht auf. Mehr als 100 Besucher waren gekommen, um zum Auftakt des 4. Brüggener Literaturherbstes die Premiere der Anthologie 'Der Lärm verstummt, bis Stille in dir ist' zu erleben. Und keiner der Gäste wird sein Kommen bereut haben. Die 120 Minuten-Leseprogramm der ausgewählten Autoren zeigten das hohe lyrische und erzählerische Niveau der Anthologie an. Markus Fegers uns deine MusikerkollegInnen begleiteten den Abend zudem geisternd musikalisch und das Team der Bücherei hatte die Gemeindebücherei in einen tollen Veranstaltungsraum verwandelt.

Unter anderem lasen Lydia Kock und Olaf Bröcker.

http://www.geest-verlag.de/news/tolle-autoren-tolles-veranstaltungsteam-tolles-publikum-br%C3%BCggener-literaturherbst-feierte-begei

 

 

 

Jana Ruder: Hauch von Selbst

Ein weiterer, etwas älterer Text wird heute präsentiert: Jana Ruder (Abitur 2009), Hauch von Selbst:

http://www.geest-verlag.de/audio/jana-ruder-hauch-von-selbst-jugendliche-melden-sich-zu-wort-3

Hauch von Selbst


Ich schaue auf euch herab, lache und weine, aber es fällt mir schwer zu begreifen, die Welt und ich.

Leute laufen, gehen und rennen. Ihnen fehlt es an nichts oder bin ich nur blind, dass ich mein Spiegel­bild in ihnen nicht sehen kann? Bin ich denn voll­kommen verschwunden, wo ich doch einen Hauch meiner Selbst wahrnehmen kann? Der Händler im Geschäft hantiert mit Geld, welches ich nie besaß, aber so viele Wesen haben es schon berührt, so­dass der Unterschied nicht existiert.

Ich fühle, ich zeige Emotionen, und Tränen regnen auf euch hinab, warm und lautlos. Die seelenlose Hülle, meine Identität, ist sie auch hier? Ich merke es und du auch. Du da unten im Park, auf der Bank, im Mantel, der dich warm hält. Du solltest mich ken­nen, denn ich sollte auch dort sein. Du vermisst mich nicht und das weiß ich. Du kennst mich nicht und ich wünschte, es wäre endlich.

Die Liebe war nichts, obwohl sie unbesiegbar scheint, doch ich erkenne, es ist falsch. Ich sehe das Paar auf der Straße. Sie lieben einander und es macht mich wieder zu einer einsamen Seele.

Ich will nicht mehr. Es soll aufhören. Ihr braucht mich und ich auch.

Luisa M. Chilinski: James Mortis

Ein beeindruckendes Antikriegsgedicht von Luisa Maureen Chilinski steht heute auf der Homepage des Geest-Verlags: James Mortis

http://www.geest-verlag.de/audio/luisa-maureen-chilinski-james-mortis-jugendliche-melden-sich-zu-wort-3

James Mortis

Schweißnassgebadet aufgewacht,
erneut geträumt, erneut gestorben:
James Mortis fällt, sein Kopf schlägt auf,
als schwarzer Regen ihn bedeckt.

Jeden Morgen, jeden Abend
tief verloren, Soldat James Mortis,
wenn seine Kellertür sich schließt.

Ach, wie war der Tag noch damals,
als Feuer fern und Leid ihm fremd.
Menschen sich zufrieden liebten,
Vergnügen spät erkannten Werts.

Sie kamen als Pulk, sie stürmten im Wahn,
getrimmte Meute verschluckte den Tag.
Aus staubiger Asche Polizei drängte an,
verstörte mit blut’gen Waffen das Land!

Jetzt kämpft James Mortis in seiner Welt,
träumt von der Kugel in seinem Herzen,
geteiltes Leben, verlor’nes Leben,
zersplitterte Scherben,
sucht Splitter täglich im Schlaf.

James Mortis, James Mortis,
oh, deine Blumen sind welk,
komm ans Licht und kauf’ neue,
säe neu doch dein Beet –

das Loch deiner Brust wartet lang schon auf Grün

Anneke Hugenberg: Warme Nacht

Am 17. 10. erschien auf der Verlagsseite wieder ein Text aus der Schreibwerkstatt des Antonianums, diesmal "Warme Nacht" von Anneke Hugenberg. Der Text stammt aus dem Literarischen Stadtführer für Vechta, dem "Straßenfeger", der in Zusammenarbeit mit der Stiftung Niedersachsen (Projekt "Communauten"), dem Museum im Zeughaus sowie der Tourist-Info Vechta zu Beginn des Jahres erschienen ist. Der vorgestellte Text stammt vom Literaturpunkt "Friedhof".

Zu dem Stadtführer gibt es ebenfalls eine Audio-Guide-Fassung; sie wird gerade zusammengestellt und am 13.12. im Museum im Zeughaus der Öffentlichkeit vorgestellt.

Hier der Link zu der Hördatei:

http://geest-verlag.de/audio/anneke-hugenberg-warme-nacht-jugendliche-melden-sich-zu-wort

 

Anneke Hugenberg
Warme Nacht


Warme Nacht
Liebkost sanft
Mond und Sterne.
Menschen
Suchen leise -
Heimat.
Während Dunkelheit
Alle Kälte verschluckt
Und einzig
Wohlige Geborgenheit
Sich über die Gräber legt. –
Bis die Vögel
Sie vertreiben. -
Mitternacht.

 

 

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